| Der gendersensible Programm-/Projektzyklus | |
Gender im Projektzyklus (Schaubild als PDF-Datei) Die Arbeit mit dem gendersensiblen Programm-/Projektzyklus eignet sich besonders im professionellen Projektmanagement. Er erlaubt es, an bestehende Projektmanagement-Tools anzuknüpfen und diese gendersensibel zu modifizieren. Zu Beginn des Zyklus stehen "Oberziele", meist eine programmmäßige Zielvereinbarung, die auf eine grobe Richtung hin orientiert. Fragen, die zu Beginn positiv beantwortet werden sollten: Sind die Oberziele geschlechtsdifferenziert formuliert? Fließen bei der Zielformulierung geschlechterpolitische Erfahrungen aus der Vergangenheit ein? Herzstück des Zyklus und gelingender Gender-Implementierung ist die Situationsanalyse, in unserer Praxis "Gender-Analyse" genannt, welche zunächst nach Männern und Frauen in den betreffenden Bereichen (Kategorien) auszählt. Was im ersten Schritt als bloßes "sex counting" erscheint, gewinnt an Gender-Relevanz jenseits biologischer Zuschreibungen und Effekte, wenn in den folgenden Analyse-Schritten nach dem Warum des Zahlenergebnisses gefragt wird. Grob- und Feinplanung zur Zielerreichung schließen sich im Bereich der Planung an die Analysephase an: Basiert die Planung auf einer geschlechtsspezifischen Analyse? Sind Einzelziele benannt und Indikatoren zur Messung der Ergebnisse gefunden worden? Sind die Indikatoren geschlechtsspezifisch formuliert? In der Phase der Umsetzung (mit begleitendem Monitoring) stellen wir folgende Fragen: Wird die (geschlechtssensible) Planung auch tatsächlich umgesetzt? Wer ist für die Umsetzung der Maßnahme verantwortlich? Muss eventuell nachgeplant werden? In der Umsetzungsphase ist es hilfreich, Beobachtungsrollen mit konkreten Verantwortlichkeiten festzulegen, um systematisch zu erfassen, wie sich der geplante Prozess gestaltet. Nach dem Abschluss des Programms/Projekts setzt die Evaluierungsphase ein: Wurde die geschlechtssenible Planung auch wirklich umgesetzt? Welche geschlechtsspezifischen Auswirkungen hat die Maßnahme gehabt? Welche guten und schlechten Beispiele sind abzuleiten? Hieraus erfolgt im nächsten Schritt wiederum die Anpassung von Zielen, um kontinuierliche Verbesserungsprozesse zu ermöglichen. In der Mitte des Zyklus stellen wir zwei Schlüssel-Fragen, die im gesamten Prozess relevant sind. A) Daten/Statistiken: Liegen dem Vorgehen gendersensible Daten und Statistiken zugrunde? Liegen überhaupt Daten vor? Sind sie in ausreichender Zahl erhoben worden? |
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