„Gender“

Ein mehrdimensionales Konzept

Gender ist mehr als Geschlecht

Das englische „Gender“ bezeichnet die gesellschaftlichen Geschlechterverhältnisse oder auch das soziale Geschlecht. Die englische Sprache ist hier präzise: sie unterscheidet zwischen einem biologischen Geschlecht „sex“ und einem gesellschaftlichen Geschlecht „gender“. Der Zusammenhang zwischen sex und gender wird in der Geschlechterforschung kontrovers kritisiert. Das genderbüro nutzt Gender als analytischen Fachbegriff: Gender markiert eine soziale Struktur der Gesellschaft, die Einfluss auf Verwirklichungs- und Teilhabechancen hat. Gender ist somit eine nützliche Kategorie, um Gesellschaft zu verstehen – und dieses evidenzbasierte Wissen für die Umsetzung des demokratischen Gebots der tatsächlichen Gleichberechtigung der Geschlechter (wie es z.B. im Grundgesetz Art. 3 Abs. 2 als Staatsauftrag formuliert ist) zu nutzen. Gender ist dabei nicht loszulösen von weiteren gesellschaftlichen Parametern wie der sozialen Herkunft, dem Alter oder der Migrationsherkunft.

Eine weitere Bedeutung des Konzepts "Gender" ist Geschlechtsidentität, zum Beispiel in der Psychologie. In der Arbeit des genderbüros liegt der Schwerpunkt allerdings auf Gender als gesellschaftliche Strukturkategorie.

Gender Mainstreaming

Der Wirtschafts- und Sozialrats der Vereinten Nationen definiert Gender Mainstreaming wie folgt: „Mainstreaming einer Gender-Perspektive ist der Prozess, die Auswirkungen für Frauen und Männer jeder geplanten Aktion, einschließlich der Gesetzgebung, Politiken und Programme in jedem Bereich und auf allen Ebenen festzustellen. Es ist eine Strategie, um die Bedürfnisse und Erfahrungen sowohl von Frauen als auch von Männern zur integralen Dimension des Designs, der Umsetzung sowie der laufenden Überprüfung und Evaluierung von Politiken und Programmen zu machen, und zwar in allen politischen, ökonomischen und sozialen Bereichen, sodass sie Frauen und Männer gleichermaßen zugute kommen und Ungleichheit nicht fortgeführt wird. Das ultimative Ziel ist es, die Gleichberechtigung der Geschlechter („gender equality“) zu erreichen.“

Somit ist Gender Mainstreeaming eine Poltik- und Organisationsstrategie, die auf die gesetzlich verankerte Gleichstellung von Frauen und Männern abzielt. Mehr zum Thema erfahren Sie zum Beispiel bei der Bundeszentrale für Politische Bildung und in der Fachliteratur, zum Beispiel Frey/Kuhl (2003): Wohin mit Gender Mainstreaming? (auf dem Portal: „Gender Politik Online“ der Freien Universität Berlin).

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